LebensKÜNSTler

Nächste Veranstaltung:

Weitere Termine hier.

Wir erarbeiten in Kücknitz und St.Lorenz jeweils mit 10 Flüchtlingskindern und 10 Kindern aus dem Stadtteil ein Musik-Tanz-Stück und führen es auf. Pro Gruppe unterstützen die Kinder und Jugendlichen Profi-KünstlerInnen: Juan Garzon (Musikpädagoge aus Kolumbien, Gitarre, E-Bass, Keyboard) und Rami Faisal (Musiker aus Syrien, Geige, Keyboard).

Kinder in den Asylunterkünften haben zum größten Teil für uns unvorstellbar schwierige Situationen in ihren Herkunftsländern und auf der Flucht nach Deutschland erlitten. Aus den Lebensgeschichten der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge könnte man ganze Bücher schreiben. Den meisten sieht man es nicht an, dass sie die wahren Überlebens- und LebenskünstlerInnen sind.

Das Projekt wird durch den Sprach- und Integrationsfördervertrag des Landes Schleswig-Holstein und aus Spenden finanziert.

Mitmachen: Wir brauchen für das Projekt ehrenamtliche Unterstützer, mehr Informationen finden Sie hier.

Ort und Zeit

Mittwochs Dienstags

St.Lorenz 13:40-15:10 Uhr:

Gotthard-Kühl Schule
Lortzingstraße 27, 23556 Lübeck

Kücknitz 13:40-15:10 Uhr:

Trave- Grund- und
Gemeinschaftsschule
,
Kücknitzer Hauptstraße 26, 23569 Lübeck

 

Praktikant Benedikt Lange erzählt von seinen ersten Erfahrungen mit den LebensKÜNSTlern. 

Jetzt bin ich aber dran”, ruft Zamzam. Wissbegierige Augen und ausgestreckte Hände wenden sich mir zu, als ich die Trompete aus dem Koffer nehme. Obwohl mich die Kinder aus der Flüchtlingsunterkunft in Kücknitz nicht kennen, sind sie überhaupt nicht schüchtern. Nach und nach wandert das Instrument durch die Reihen der Kinder. Einige versuchen, einen Ton zu produzieren. Eine Stunde lang musizieren wir gemeinsam, singen „Bruder Jakob“ oder probieren Bodypercussion. Im „Alltags-Rap“ verwenden wir leichte deutsche Wörter.


Manchmal geht es geordnet zu, vor allem, wenn die Kinder etwas Neues entdecken. Während des Cup-Songs, bei dem wir mit bunten Plastikbechern einen Rhythmus klopfen, wird es aber ganz schön laut und es fliegt auch mal ein Becher durch die Luft.

 

Bis zum Schluss sind die Kinder mit einer bemerkenswerten Intensität dabei. Ich bin überrascht, wie sehr sie sich aneinander orientieren. Wenn ein Kind Schwierigkeiten mit einer Übung hat, bekommt es sofort Unterstützung durch andere Kinder. Und obwohl zwischen ihnen deutliche Altersunterschiede sind, haben sie sich als Gruppe verstanden.

 

Die 60 Minuten fand ich anstrengend, doch an dem vielen Lachen und der Offenheit der Kinder merkte ich, wie viel Freude sie an dem Nachmittag haben. Als wir die Flüchtlingsunterkunft verlassen, ertönt ein Ruf hinter uns. Zamzam kommt auf einem Fahrrad und winkt zum Abschied. In der Hand hält er einen grünen Plastikbecher.

Ich möchte teilnehmen.
Informiert mich über eine Aufführung.
Ich möchte spenden.

Note