Musik der Türkei

Film Müzikleri


Vom 30.11. bis zum 07.12.2016 bekamen die Tontalente Besuch von 15 MusikerInnen aus Izmir. Neben den Proben mit Lübeckern, nahmen sie an einer Jamsession im CVJM teil, hielten einen Vortrag im Solizentrum über die Flüchtlingsarbeit in der Westtürkei und besuchten das Musikcafé International um Musik und weiteres auszutauschen. Die Gruppe şubadap çocuk besuchte zudem zwei Schulen in Kücknitz und St. Lorenz und führte ein buntes Programm mit DaZ Schülern durch, bei dem sie gemeinsam sangen und tanzten.

 

Die ereignisreiche Woche wurde gekrönt, durch einen gemeinsamen Auftritt im Kommunalen Kino. Es wurde Filmmusik aus der Türkei und aus Deutschland gespielt, im Hintergrund wurden Filmausschnitte gezeigt, das Konzert stand unter dem Thema Freiheit. Die izmirer Musiker präsentierten zusätzlich Stücke aus dem Programm ihrer Gruppen.
Das Projekt war für alle Teilnehmer erfolgreich und soll wiederholt werden.

 

 Sängerin und FSJlerin der Tontalente Hanna erzählt:
„Wenn fremde Musiker aufeinander treffen, merkt man immer wieder wie stark Musik Menschen verbindet, besonders stark habe ich das bei Film müzikleri gespürt. Ich habe gemeinsam mit Selda gesungen, sie spricht weder Englisch noch Deutsch, ich verstehe kein Wort Türkisch. Und doch haben wir uns sehr gut verstanden und es hat mir großen Spaß bereitet mit ihr und dem Rest der Gruppe zu musizieren.“




Recherchereise nach Izmir (Türkei), Ann-Kristin Kröger

 

Im August 2016 ist Ann-Kristin Kröger nach Izmir gereist, um Kontakte zu MusikerInnen aufzubauen. Perspektivisch möchten die Tontalente Musikreisen in die Türkei anbieten und Deutsch-Türkische Musikprojekte machen.

Laden Sie hier den vollständigen Bericht als PDF herunter.

Forschungsreise Weltmusik

Ein Schuljahr lang luden die Tontalente 18 Kinder der Schule an der Wakenitz zu einer „musikalischen Forschungsreise“ ein, auf der sie „Fremdes“ erforschen konnten.

Die Teilnehmenden lernten zugewanderte Lübecker MusikerInnen kennen, ließen sich von ihrer Musik berühren, wurden neugierig auf die Menschen und Geschichten hinter der Musik und entwickelten ihre Forschungsfragen. Dabei waren die Themen nicht vorgegeben, sondern entstanden durch die Fragen der Kinder im Projektprozess. Neben den MusikerInnen, die zum Beispiel aus dem Senegal, aus Kolumbien oder Afghanistan stammten, wurden sie begleitet von einem Team, das ihnen über Klippen hinweg half, bei ihrer Forschungsarbeit zur Seite stand und neue Erkenntnisse in Zusammenhänge einordnete.

Zwischenstopp Öffentlichkeit: Pro Schulhalbjahr organisierten wir einen dreistündigen Workshop für interessierte LübeckerInnen. Die Kinder führten ein Interview mit MusikerInnen und stellten Projektergebnisse vor.

Geleitet wurde das Projekt von Sigrid Hartong und Tim Scheel, unterstützt wurden sie vom FSJler/der FSJlerin.

Kelebek-Chor

Der in Lübeck-Kücknitz positionierte Kelebek-Chor bestand aus Mädchen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren. Insbesondere für türkisch-stämmige Mädchen wurde ein attraktives kulturelles Angebot geschaffen, und ihre deutsch-stämmigen Freundinnen konnten mehr über die türkische Musik und Sprache lernen.

Kelebek ist ein türkisches Wort und bedeutet Schmetterling. Geleitet wurde der Kelebek-Chor von der Sängerin Uli von Welt und begleitet vom Pianisten Yagizcan Keskin.

Im Kelebek-Chor begegneten sich türkisch- und deutschstämmige Mädchen, die das Programm mit Liedern aus ihrer jeweiligen Kultur mitgestalteten. Während erstere ihre deutschen Sprachkenntnisse spielend verbesserten und sich und ihre Familie der deutschen Kultur gegenüber öffneten, konnten letztere die türkische Sprache und Kultur kennen und schätzen lernen. Beide Seiten profitierten von größerem Selbstvertrauen, neuen Freundschaften und nicht zuletzt dem Spaß am gemeinsamen Singen auf der Bühne.

Den deutsch-türkischen Mädchenchor verwirklichte ein Bündnis für Bildung. Neben Tontalente e.V. setzte es sich zusammen aus dem internationalen Mädchen- und Frauenprojekt Tara e.V., der Trave Grund- und Gemeinschaftsschule, dem Schulnetzwerk Kücknitz und dem Nachbarschaftstreff.

Dänisch-Deutscher Musik-Clip

Gemeinsam mit dem Offenen Kanal Lübeck und zwei dänischen Partnern in der Fehmarnbeltregion (Filmfabrikken und Musikskole Vordingborg) erstellten wir einen Film-Clip, in dem musikschaffende Menschen aus der Fehmarnbeltregion an unterschiedlichen Orten das gleiche Lied spielen und zweisprachig auf Dänisch und Deutsch singen. Damit zeigen wir die Vielfalt und Schönheit dieser Region und symbolisieren gleichzeitig, dass Kultur, in diesem Fall Musik, Menschen zusammenführt.

Die Musiker spielen und singen den Song „Erzähl mir von Dir“, den Lasse Elkjaer eigens für das grenzüberschreitende Projekt komponiert hat.

Vom 13. -15. September fanden die Aufnahmen für den Musik-Clip im Offenen Kanal statt.

Für die Filmaufnahmen stand der Lübecker Musiker Tim Scheel vor dem Holstentor, die Sängerin Uli von Welt wurde am Brodtner Ufer aufgenommen und Murat Tosun aus der alevitischen Gemeinde spielte die Bağlama in der St. Andreas Kirche in Schlutup. „Unsere Religion ist offen für alle. Dass ich in einer Kirche spiele, ist für mich ein Beitrag zum Frieden“, so Murat.

Fortæl mig om dig                                           Erzähl mir von dir

Vi står begge på en strand,                            Wir steh’n gemeinsam am Strand,
Bare født i hvert vores land;                           und wir reichen uns die Hand;
Men midt i bølgernes leg                                 Wir steh’n zusammen im Wind,
Ka’jeg mærke båndet til dig!                          weil wir Nachbarn und Freunde sind
Jeg sanser: det suser og synger i mig!         Dein Lied und mein Lied ist nun unser Lied

(Chorus)                                                                (Chorus)
En bølge. En strøm                                             Erzähl mir von dir
af tanker og varme for dig!                              Wie du fühlst, wie du denkst, wie du lebst;
Et blink af en drøm –                                          Ich erzähl dir von mir,
Ka’jeg se dig forbundet med mig                    dass auch du mich besser verstehst

Gefördert von: kulturLINK, der Possehl-Stiftung und dem Lübecker Kulturbüro

Workshop: Situation von Künstlern in Afghanistan

Öffentliches Interview und gemeinsames Singen mit Mehran Gulzar
Mit der Veranstaltung „Situation von Künstlern in Afghanistan“ und anhand der bewegten Geschichte des 23-jährigen Sängers Mehran Gulzar, machten wir im Rahmen der Interkulturellen Woche auf Fluchtursachen aufmerksam. In Afghanistan unterdrückten die Taliban Musik als Teufelszeug und die Kriege haben ein Weiteres getan, das Leben von Musikern auszulöschen und Instrumente sowie Traditionen verschwinden zu lassen.

Seit einigen Jahren bemühen sich Musiker, der Musik wieder einen höheren Stellenwert zu verschaffen. Zum Beispiel bauen seit 2008 alte Meister in Kabul das Afghan National Institute of Music auf und geben ihr Wissen an junge Menschen weiter.

Außerdem läuft in Afghanistan die Castingshow „Afghanstar“ (vergleichbar mit „Deutschland sucht den Superstar“). Auch das trägt dazu bei, dass Musik wieder Einzug in den Alltag der Menschen erhält. Mehran Gulzar hat bei Afghanstar 2009 den zweiten Platz belegt und möchte nun – nach bestandener Deutschprüfung – sein Glück als Sänger in Deutschland versuchen.

Während der interkulturellen Woche 2012 hat Mehran Gulzar den Teilnehmenden des Workshops und den Mitgliedern des interkulturellen Stadtteil-Orchesters ein Lied aus Afghanistan beigebracht. (Zum Lied "Be tu man")   Danach hat er von seinem Leben in Afghanistan, Iran, Tadschikistan und von seiner Flucht und seinen Träumen berichtet.

Der Workshop lief in Kooperation mit der Kirchengemeinde St. Christophorus und dem Interkulturellen und interreligiösen Projekt Ansverus-Haus. Er wurde vom Kirchlichen Entwicklungsdienst der Nordkirche gefördert.

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